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Grußwort des 3. Bürgermeisters Sebastian Auer

Klimaschutz und Wärmeplanung in Hof

Am vergangenen Samstag fand im Hof am Kugelbrunnen eine Kundgebung statt, die von Fridays for Future Hof organisert wurde. Neben vielen anderen Redner*innen war auch Sebastian "Sepp" Auer, 3. Bürgermeister der Stadt Hof (und Grüner Stadtrat) eingeladen ein Grußwort zu sprechen. Da er leider am Tag erkrankt wur, wurde sein Grußwort stellvertretend von Lisa Buzel, neben ihrem Engagement bei Fridays for Future auch Sprecherin des Grünen Kreisverbands Hof, verlesen. Hier könnt ihr dieses selbst nachlesen:

Ich habe mich sehr über die Einladung gefreut, ein paar Worte an euch zu richten. Leider kann ich aus persönlichen Gründen heute nicht bei euch sein, möchte aber trotzdem als Beauftragter für Umwelt -und Klima die Gelegenheit ergreifen über den kommunalen Wärmeplan der Stadt Hof zu sprechen.

Nach dem Motto "Think Global Act Local" habe ich hier auch die angenehmere Aufgabe, da sich die politischen Rahmenbedingungen für einen konsequenten Klimaschutz und die Energiewende in Deutschland und der Welt in den letzten Monaten leider verschlechtert haben. Bevor ich mich diesbezüglich aber in Rage schreibe, möchte ich zurückkommen zu dem, was wir vor Ort geschafft haben und auch noch machen müssen. Zu aller erst ist hier die Förderung zu nennen, die es uns erst ermöglicht hat, den kommunalen Wärmeplan als einer der ersten Gemeinden in Bayern anzufertigen . Dies ist in der Tat unsere Verwaltung der Stadt Hof zu verdanken, die hier sehr schnell reagiert hat um die Fördermittel zu erhalten. Der kommunale Wärmeplan ist ein integraler Bestandteil unseres 2020 verabschiedeten integrierten Klimaschutzkonzeptes. Da über 46 % der Treibhausgasemissionen in Hof aus dem Wärmesektor stammen ist dies auch der größte Hebel unser Ziel der Klimaneutralität für 2040 zu erreichen. Nun muss der kommunale Wärmeplan in zwei Wochen nur noch vom Stadtrat verabschiedet werden, dann können wir mit der Umsetzung beginnen. Aber was bedeutet das? Wir sehen anhand des Sigmundsgrabens, was es zum Beispiel bedeutet ein Teil der Stadt an das Fernwärmenetz anzuschließen…und ja es wird in den nächsten Jahren noch mehrere solcher Maßnahmen geben müssen, um die Fernwärmeleitungen zu verlegen. Diese Leitungen liegen teilweise bis zu 3,50 m unter dem Erdboden und die Bauarbeiten sind leider nicht zu vergleichen mit dem Verlegen von zum Beispiel Glasfaser. Dafür hat aber dann auch jeder Anwohner die Möglichkeit, sich in Zukunft CO2-neutral und günstiger mit Wärme zu versorgen. 

Aber was nützt die Versorgung von Fernwärme, wenn zum Beispiel die Blockheizkraftwerke mit Gas gespeist werden? Hier wird es in den nächsten Jahren ebenso Veränderungen geben, schon allein durch die gesetzliche Regelung, die von Jahr zu Jahr ein größeren, prozentualen Anteil an erneuerbaren Energien für die Einspeisung fordert.- So soll nach und nach die Hofer Blockheizkraftwerke auf Groß-Wärmepumpen umgerüstet werden. Der Strom hierfür kommt dann natürlich aus erneuerbaren Energien. Der aktuelle EE - Anteil im Netz der Stadtwerke Hof liegt hier bei 63 %. Dieser soll natürlich sukzessive Jahr für Jahr erhöht werden. Mit dem kommunalen Wärmeplan (KWP) ergibt sich dann auch für jedem einzelnen Haushalt in Hof die Möglichkeit zu überprüfen, ob dieser an Fernwärme angeschlossen werden kann oder sich selbst um eine CO2-neutrale Wärmeversorgung kümmern müsste. Dies liegt daran, in welchem Einzugsgebiet man wohnt. Wichtig hierbei ist, dass der Beschluss des KWPs in keinster Weise die Verpflichtung nach sich zieht, seine Heizung umrüsten zu müssen, wie es in der Wahlkampfpropaganda diverser Parteien immer wieder betont wurde, und die Bevölkerung so verunsichert hat, dass mich sogar die Hofer Schornsteinfeger fragen, ob dies nun wirklich so ist oder nicht.

Der KWP ist ein strategisches Planunginstrument, der uns als Kommune die Möglichkeit gibt, die richtigen Schlüsse zu ziehen und an den richtigen Stellen zu investieren, um unser gestecktes Ziel der Klima-Neutralität bis 2040 näher zu kommen. Es wurden verschiedene Kennzahlen erhoben, wie zum Beispiel,dass 70 % der Wärmeversorgung in der Stadt aktuell auf Erdgas und Heizöl basiert oder dass die energetischen Sanierungen bei unter 1 % pro Jahr liegen, obwohl wir mindestens 2 % bräuchten. Oder, dass das Potenzial der Solarthermie bei 90.000 MWh pro Jahr und das geothermische Potenzial bei 40.000 MWh pro Jahr liegt. Diese und noch viele weitere Informationen kann man dann in dem 142-seitigen Papier nachlesen, dass es nach der Abstimmung auch online abrufbar geben wird.

Das wichtigste jedoch ist, dieses Papier lebendig zu machen, genauso wie unser integriertes Klimaschutzkonzept. Wir müssen mit unseren Freunden unseren Familien, unseren Bekannten und unseren Nachbarn darüber sprechen, wie wichtig es ist, an Morgen zu denken. Wir haben das Werkzeug, doch manchmal fehlt die Kraft, die Zeit, oder der finanzielle Hintergrund um etwas umzusetzen.

Apropos Finanzierung, die Stadt Hof konnte ihren Bereich, Umwelt und Klimaschutz seit meinem Amtsantritt personell um das Sechsfache ausbauen. Wir haben also jetzt sechs Mitarbeiter, die sich mit dieser Thematik befassen. Diese haben das Wissen, das Know-how und die Manpower um die Hofer Bevölkerung bei allen Fragen rund um Umwelt und Klimaschutz zu unterstützen, ob es z.B. um Förderungen geht oder um die Gesetzeslage usw. Lasst uns diese Struktur, die wir in den letzten Jahren aufgebaut haben, und Werkzeuge wie das integrierte Klimaschutzkonzept oder den kommunalen Wärmeplan nutzen, um unser Hof für alle zukunftssicher, resilient und lebenswert zu machen.

Ich bedanke mich für eure Aufmerksamkeit 

…und auch wenn er dies nicht wart, macht es nichts. Ich war ja nicht da, um es zu merken. Euer dritter Bürgermeister Sebastian Auer



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