Einige Impressionen unserer Büroeröffnung in Hof

Am Samstag, den 31. Juli 2021 konnten wir ab 10 Uhr die Eröffnung des Regionalbüros Hochfranken der Landtagsabgeordneten Ursula Sowa und Tim Pargent sowie der Geschäftsstelle des Grünen Kreisverbands Hof feiern. Zu den Gästen zählten geladene grüne Mitglieder sowie als Eherengast die Oberbürgermeisterin Eva Döhla, die ein Grußwort beisteuerte. Neben weiteren Grußworten von Tim Pargent, Ralf Reusch, Nanne Wienands und Sebastian Auer standen das Kennenlernen und der ungezwungene Austausch im Fokus. Ein vegetarisch/veganes Büffet sorgte für die nötige leibliche Basis.


Bürgergespräch mit Katrin Göring-Eckardt und Ralf Reusch

Am Mittwoch, den 28.7. besuchte uns Katrin Göring-Eckardt, Fraktionssprecherin der Bündnisgrünen im Bundestag, zu einem Bürgergespräch am Theresienstein unter dem Motto "Hof begrünen". Zahlreiche interessierte Bürger hatten ab 18.30 Uhr Gelegenheit, sich mit Katrin Göring-Eckardt und unserem Kandidaten zur Bundestagswahl, Ralf Reusch, auszutauschen. Veranstaltungsort war der Biergarten am Theresienstein. Maximilian Adler sorgte für musikalische Einstimmung. Moderator des Abends war Roland Spranger.

 


So sieht sanfter Tourismus aus: Familienwanderung mit Klaus Schaumberg

Das Torschild Agrotourismus Frankenwald e.V.
Rinder bei Landwirt Gerber.
Im Garten bei Bäuerin Beate Wolfrum (links) in Tiefengrün.

Die Besonderheiten des Hofer Landes standen vor wenigen Tagen im Mittelpunkt einer Familienwanderung unter der Leitung des Biologen und Hofer Kreisrats Klaus Schaumberg.

Vom thüringischen Sparnberg aus ging es über die Saale nach Sachsenvorwerk zu einer naturschutzorientierten Rinderbeweidung des Landwirts Robert Gerber. Er betreut auf Grundstücken des Landesbundes für Vogelschutz seit Ende Mai 2021 eine Herde mit schottischen Galloway Rindern. Der Nebenerwerbslandwirt aus dem benachbarten Eisenbühl erklärte den Wanderern geduldig die Ziele dieser extensiven, naturnahen Haltung: durch die Beweidung von großen zusammenhängenden Weideflächen und einer geringeren Besatzdichte mit sogenannten Robustrinderrassen wie den kleineren Galloways, soll sich das vormals weitgehend intensiv genutzten Grünland in eine hochwertige Fläche der Biodiversität entwickeln. Spannend zu beobachten war die Rangordnung der aktuell fünfzehn Tiere, die sich auf der Fläche sichtlich wohl fühlen. Das jüngste Hochwasser im Auenbereich der Saale hatte ihnen Dank höher gelegener Weideareale nichts anhaben können. Nach der Startphase plant Robert Gerber eine Direktvermarktung des hochwertigen Weidefleisches in Bioqualität an interessierte Kunden in der Region. Auch Ralf Reusch, Bundestagskandidat von Bündnis 90/Die Grünen stellte fest: "Das ist eine WIN-WIN-WIN-WIN-Lösung aus Naturschutz-Tierwohl-regionaler Wertschöpfung und Landschaftsästhetik mit hohem Erholungswert, ganz im Sinn eines sanften Tourismus“.
Vom Saaleufer aus setzte die Gruppe ihre Wanderung fort. Oberhalb von Sachsenvorwerk stießen die Naturfreunde auf das Naturdenkmal „Arlesstein“: die im mittlerweile bewaldeten „Amerikaner-Hügel“ versteckte Felsgruppe bot mit den zahlreichen Kräutern und Stauden verschiedensten Schmetterlingen ein wertvolles Blütenangebot. Immer wieder blieben die Wanderer stehen und ließen die Blicke schweifen - schön ist es hier im bayerisch-thüringischen Grenzgebiet!
In Tiefengrün war man nach einer Stärkung im Gasthof "Hulda" im nebenan liegenden Bauernhof der Familie Wolfrum verabredet. Beate Wolfrum erklärte den Wanderern die Hausphilosophie ihres diversifizierten Hofes. Neben den landwirtschaftlichen Betriebsabläufen, für die ihr Mann Peter zuständig ist, lebt sie ihre Kernkompetenz als gelernte Reisekauffrau kreativ aus: sie betreut die beiden Ferienappartements auf dem Hof, kümmert sich um Buchungsabläufe, Gästebetreuung und Marketing des Ferienhofes. Familie Wolfrum zählt zu den Gründungsmitgliedern des 2018 gegründeten Vereins „Agrotourismus Frankenwald e.V.“, der als Zusammenschluss von touristisch diversifizierten Höfen in der Frankenwaldregion für diese besonders sanfte und nachhaltige Urlaubsform wirbt. Wer aufmerksam das Gelände betrachtete, merkte schnell, dass es eine sehr ansprechende Gastfreundschaft ist, die hier einen "Lieblingsplatz" geschaffen hat. Ferienwohnungen, Spielgeräte im Garten und ein "Vertrauensladen" mit hofeigenen Erzeugnissen, Tiere und die Möglichkeit, sich auf Strohballen zurückzuziehen, bietet Urlaubern und Durchreisenden einen ganz besonderen Aufenthalt. Schnell waren die zur Wandergruppe gehörenden Kinder spielend auf den Hängematten, bei den Schafen, auf einem hölzernen Pferd und im Kinderturm verschwunden.
Auf dem Rückweg nach Sparnberg gab es mit der Schieferhalde zwischen Hirschberg und Sachsenvorwerk noch ein landschaftliches und kulturhistorisches Highlight zu bestaunen. Die Wanderguppe war ausnahmslos von der Dichte an Sehenswürdigkeiten und interessanten lokalen Akteuren auf dieser nur neun Kilometer kurzen Rundtour begeistert. Es gibt noch viel vor unserer „Hofer Haustür“ zu entdecken, und das alles mit einem sehr kleinen ökologischen Fußabdruck“, konnte Kreisrätin Mirjam Kühne aus Regnitzlosau feststellen.


Wanderung zum Kornberg

  • Der Siebenstern.
  • Die Gruppe der Wanderer.
  • Swanti Bräsecke-Bartsch bei naturkundlichen Erläuterungen.
  • Deutlich sichtbare Erosionsfolgen auf den Wegen.
  • Interessierte Zuhörer.

Der Kornberggipfel war am vergangenen Wochenende das Ziel einer Wanderung, zu der die Hofer Bündnisgrünen eingeladen hatten. Neben der Freude am Wandern und dem Beisammensein ging es darum, sich unmittelbar vor Ort zu informieren über die Planungen, den Berg in Zukunft intensiver touristisch zu nutzen.

Von Niederlamitz aus ging es auf dem  N-Weg nach oben. Dass dieser Weg von Wanderern und Mountainbikern gleichzeitig genutzt wird, ist aufgrund der unterschiedlichen Interessen und Bedürfnisse sehr umstritten. Auch für die dort vorkommende Flora und Fauna bleibt die Doppelnutzung nicht ohne Folgen. Gleich am Anfang des Weges fanden die Wanderer eine überfahrene Blindschleiche.

Die sportlichen Räder zerstören auch die dünne Humusschicht auf dem Weg, Steine lockern sich, Wasser spült tiefe Rinnen aus. Aus dem einst lauschigen Pfad ist für Wanderer eine Stolperpiste geworden. Der Wanderer festigt durch seine Tritte den Boden, ein Fahrrad löst ihn auf. Den Wanderern war rasch klar: dieser Weg eignet sich nicht, um Radfahrern und Wanderern gleichermaßen Bewegungsfreiheit zu lassen. Man kommt ohne Vorsicht und Rücksichtnahme nicht aneinander vorbei. Laut dem aktuellem "Bayerischem Naturschutzgesetz" ist das ein Grund dafür, dass dieser Weg nicht mit Fahrrädern genutzt werden darf.

Entlang des Weges gab es viel Interessantes zu sehen und zu entdecken. Zu Wackelstein und Hirschstein wußte Karlheinz Turhober, der als Vertreter der Initiative „Ruhe für den Kornberg“ dabei war, viel Wissenswertes zu berichten. Am Wackelstein kann man dank Hebelwirkung den 250 Tonnen schweren Felsen bewegen! Es ist ein Vergnügen, seine Kräfte auszuprobieren. Vielerorts blühte entlang des Weges der Siebenstern, das Wahrzeichen des Fichtelgebirges. Die Schönheit der Natur, die historischen Hintergründe der am Weg liegenden Artefakte und die überwältigende Aussicht sind immer wieder beeindruckend.

Swanti Bräsecke-Bartsch vom Landesbund für Vogelschutz gab einen Überblick zum Artenreichtum am Großen Kornberg. Neben Fuchs und Hase leben hier verschiedene Eulen- und Spechtarten, die Kreuzotter und auch die Zauneidechse. Durchwandert und durchquert wird das Gebiet seit ewigen Zeiten von Luchs, Wildkatze und Rotwild. Entlang der ehemaligen Stromtrasse unterhalb des Hirschsteines hat sich eine offene, dicht mit Heidelbeerkraut bewachsende Ebene entwickelt. Zum einen ist das eine Biotop für seltene Tagfalter, zum anderen hat sich hier ein potenzieller Lebensraum für Auerwild entwickelt. "Das perfekte Habitat," meinen die Naturschützer. Wenn - ja, wenn es nicht so unruhig wäre. Auerwild braucht Ruhe. Die Forderung nach den Wildschutzzonen wurde in der Gruppe eingehend mit dem Für und Wider diskutiert.

Die Sagen und Märchen über die Ruine Hirschstein gehen auf Ereignisse, die vor vielen Jahrhunderte stattfanden, zurück. Und auch hier kommt wieder die besondere Flora ins Blickfeld: es wächst neben seltenem Farn auch Thymian und Baldrian.Der Ausblick begründet die Wahl dieses Ortes für den Bau einer Burg in früherer Zeit. Von dort ist es nicht mehr weit bis zur Schönburgwarte. Hier ist der Ort und die Zeit für ein gemütliches Picknick und viele Gespräche.

Der Weg bergab zum neu erbauten Kornberghaus führt entlang der Wiese vorbei an blühender Arnika, dichten Beständen von Kleinem Ampfer, einer für viele Falterarten wichtigen Pflanze. Diese Vorkommen sind durch die geplanten Baumaßnahmen und den Einsatz von Baufahrzeugen in ihrem Bestand in höchstem Maße gefährdet. Betonfundamente werden erforderlich sein für die Bedürfnisse der Sportler. Und dort, wo die Abfahrten der Radler geplant sind, werden Kameras und Monitore eine Stromversorgung erfordern. Die Bauvorhaben allein für diese Geräte werden das Leben der Tiere und Pflanzen und die Ruhe auf dem Kornberg weitgehend zunichte machen.
Mit dieser Erkenntnis machten sich die Wanderer auf den Heimweg. "Mit Arten- und Klimaschutz, wie wir ihn eigentlich brauchen, hat ein Mountainbikepark nichts zu tun," meinte Ralf Reusch, der Bundestagskandidat der Bündnisgrünen für den Wahlkreis Hof/Wunsiedel. Mirjam Kühne, Fraktionssprecherin im Hofer Kreistag, ergänzt Reusch mit den Worten "Naturschutz wäre an dieser Stelle in der heutigen Situation eine unverzichtbare Investition in die Zukunft."

(Nanne Wienands)


Der Ausbau am Kornberg: nicht nur naturschutzfachlich, sondern auch finanziell fraglich

Stellungnahme der Hofer und der Wunsiedler Kreistagsfraktionen von Bündnis 90/Die Grünen:

Die Hofer und Wunsiedler Bündnisgrünen nehmen zu den Plänen, auf dem Kornberg einen Mountainbikepark zu errichten, wie folgt Stellung:

"Während alle Bürgerinnen und Bürger, die im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung Einwendungen zum Umbau des Geländes auf dem Kornberg eingereicht haben auf das Ende der Bewertung der Einwendungen und den gesetzlich vorgeschriebenen Erörtertungstermin warten, tauchen Zahlen auf, die deutlich werden lassen, dass bei der Planung des Kornberg-Areals nicht nur naturschutzfachlich, sondern auch finanziell durchaus fragwürdig gearbeitet wurde," informiert die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Kreistag Wunsiedel und Kreisvorsitzende der Grünen Wunsiedel, Brigitte Artmann. Sie ist mit dieser Erklärung nicht allein.

In seinem Jahresbericht vom März 2021 hinterfragt der Bayerische Oberste Rechnungshof die "Förderung von öffentlichen touristischen Infrastruktureinrichtungen" (abgekürzt "RÖFE") und fordert eine Evaluation des Förderprogrammes.
Ralf Reusch, Bundestagkandidat der Bündnisgrünen des Wahlkreises Hof / Wunsiedel, betont: "Eine solche Evaluation empfiehlt sich dringend vor dem Hintergrund der spürbaren Folgen des Klimawandels und den damit zusammenhängenden ökologischen Auswirkungen auf den Tourismus, also im Zusammenhang mit der Diskussion um einen notwendigen sanften Tourismus."
Der Bayerische Oberste Rechnungshof weist auch auf zahlreiche Fehler bei der Abwicklung des Förderprogramms hin, dies ist in der Pressemitteilung des Rechnungshofes zum Jahresbericht zu lesen.

Ralf Reusch zitiert weiter aus dem Bericht des ORH: „Der Förderhöchstsatz von 50 Prozent, der nur ausnahmsweise angehoben werden darf, wurde in 105 von 148 Fällen überschritten, ...."
"Wie kann das sein," fragt Reusch, "dass die Ausnahme zum Regelfall wird?"

Sowohl beim Kornberg, als auch bei den Frankenwaldbrücken - beides touristische Großprojekte im Landkreis Hof - sollen laut den Aussagen der Landratsämter die förderfähigen Kosten, wie mehrfach öffentlich geäußert, zu 80 Prozent über das Förderprogramm RÖFE finanziert werden. Die Hofer und Wunsiedler  Bündnisgrünen stellen hier vor allem die Frage, wie es zur Überschreitung der eigentlichen Höchstförderung kommen kann? Sie fragen "Wie ist das zu erklären, wenn doch ein wesentliches Kriterium für die eigentliche Höchstförderung von
50 Prozent der Kosten an die Barrierefreiheit der Einrichtungen gebunden ist?" Grundsätzlich kann nach Ansicht der Bündnisgrünen das Kriterium der Barrierefreiheit nicht übereingebracht werden mit einer eher extremsportlich ausgerichteten Einrichtung wie einem Mountainbikepark.

Mirjam Kühne, die Fraktionsvorsitzende der Hofer Kreistagsgrünen und Vorsitzende des Kreisverbandes Hof betont: "In den Förderrichtlinien zu RÖFE steht: „Die Summe aller öffentlichen Mittel darf die Summe der tatsächlich anfallenden zuwendungsfähigen Ausgaben nicht überschreiten." Und sie fragt "Ist dieses Kriterium noch erfüllt, wenn 80 Prozent aus RÖFE gefördert werden und zusätzlich noch Mittel aus LEADER und der Oberfrankenstiftung fließen, wie am Großen Kornberg?"

Grundsätzlich muss nach Ansicht der Hofer und Wunsiedler Bündnisgrünen auch die Frage gestellt werden, wie  es möglich ist, dass Dinge - ausdrücklich der Zauberteppich mit Galerie für den Kornberg - bereits angeschafft wurden? Schließlich kann die Förderung doch nur gewährt werden, wenn gegen das geplante Vorhaben keine öffentlich-rechtlichen Hinderungsgründe bestehen, und den Belangen des Umweltschutzes Rechnung getragen wird?

Und Kreistagsmitglied Thomas Friedrich stellt die Frage nach dem Businessplan für den Kornberg, den Landrat Dr. Oliver Bär in einem Schreiben an den Bund der Steuerzahler von Ende April 2021 erwähnt. Dieser Businessplan war eine wesentliche Grundlage für die Entscheidungsgremien der beiden Landkreise und Städte, um dem Projekt zuzustimmen.
"Wie kann es sein," so Friedrich, "dass mir als Kreisrat die Aushändigung des Businessplans verweigert wird?"

Der Kostenübersicht, die dem Schreiben an den Bund der Steuerzahler beigefügt wurde, ist zu entnehmen, dass die Kosten für den Ausbau am Großen Kornberg schon um fast 50 Prozent gestiegen sind: von veranschlagten über vier Millionen Euro auf über sechs Millionen Euro. Obligatorischer Hinweis: Fördergelder sind Steuergelder.

Swanti Bräsecke-Bartsch, Mitglied der Grünen und ehrenamtlich im Naturschutz engagiert, weist auf den fragwürdigen Umgang mit Naturschutzflächen hin. "Der Anteil an diesen geschützten Flächen im Landkreis Hof liegt unter 0,5 Prozent der Landkreisgesamtfläche. Warum verplant und verbraucht man exakt das Gros dieser Flächen für touristische Projekte? Flächen, die als Flora-Fauna-Habitat, als Naturschutzgebiet, Landschaftsschutzgebiet oder geschütztes Biotop ausgewiesen sind? Das sind immerhin Areale, die dem Rückzug und Erhalt selten gewordener Tier- und Pflanzenarten vorbehalten sind, und zwar auf Basis nationaler und europäischer Gesetzgebung."

(Mirjam Kühne, Fraktionssprecherin der Bündnisgrünen im Hofer Kreistag, Brigitte Artmann, Fraktionssprecherin der Bündnisgrünen im Wunsiedler Kreistag, Thomas Friedrich, Birgitt Lucas, Klaus Schaumberg, Nanne Wienands, Rita Bieschke-Vogel, Susann Fischer, Wilfried Kukla, Ralf Reusch, Bundestagskandidat der Bündnisgrünen im Wahlkreis Hof/Wunsiedel, Swanti Bräsecke-Bartsch.)


Welterschöpfungstag am 5. Mai 2021

Der vierspurige Ausbau einer Straße im Landkreis Wunsiedel.

Am 5. Mai 2021 ist laut der Umweltorganisation WWF (World Wide Fund For Nature) der sogenannte Welterschöpfungstag für Deutschland. Das bedeutet, dass die Menschen in Deutschland bis zu diesem Datum so viele natürliche Ressourcen verbraucht haben, wie unsere Erde jährlich nachliefern kann. Ab 6. Mai 2021 leben die Deutschen also auf Kosten der Naturreserven der Erde und der nachfolgenden Generationen von Mensch, Tier und Natur. Das bedeutet, dass die Belastung des Planeten durch die Menschheit in der jüngsten Vergangenheit  dramatisch zu genommen hat.

 „Würde die gesamte Menschheit den Globus so belasten wie Deutschland, bräuchten wir drei Erden um das langfristig machen zu können,“ so die Kreisrätin und Fraktionsvorsitzende der Bündnisgrünen im Hofer Kreistag, Mirjam Kühne. Ralf Reusch,  Bundestagskandidat des Wahlkreises Hof/Wunsiedel und mit Mirjam Kühne Vorstand des Kreisverbandes Hof machte im Rahmen der Ressourcendiskussion deutlich "Mit der Einführung eines Tempolimits könnte auf Deutschlands Straßen schlagartig die Entstehung von Tausenden Tonnen CO2 vermieden werden! Und dass wir einen neuen Bundesverkehrswegeplan brauchen, liegt auf der Hand. Er sollte besser "Mobilitätsplan" heißen, denn einen weiteren Flächenverbrauch für Straßen können wir uns in dieser ökologischen Situation nicht leisten". Reusch betont, dass es sehr erfreulich sei, dass sich neben dem Deutschen Verkehrsrat und der SPD auch die großen Verkehrsclubs ADAC und ACE für ein Tempolimit ausgesprochen haben.

Dass der Welterschöpfungstag so früh im Jahr liegt, ist  auf die Armut der Menschen in den Entwicklungsländern zurückzuführen, zum Beispiel in Afrika. Die Menschen dort belasten die Erde wesentlich weniger und konsumieren viel weniger Güter. Der Appell der Hofer Bündnigrünen richtet sich demnach hauptsächlich an die Menschen in den reichen Staaten des industriellen Westens: "Spart an Energie- und Landverbrauch und am Konsum!"

Als nachdenkenswerte Beispiele für die alltäglichen Folgen des heutigen Energie- und Konsumverbrauchs seien aus der großen Breite nur drei genannt:

  •  Deutschland hat jüngsten Untersuchungen zufolge den höchsten Verbrauch an Verpackungsmüll in der Europäischen Union. Über 200  Kilogramm Verpackungen erzeugt jeder Deutsche pro Jahr. Ein Großteil davon wird nicht wiederverwendet, sondern landet  in Verbrennungsanlagen oder in der Umwelt. Eine direkte Folge sind die Plastikinseln in den Weltmeeren, die Kunststoffblockaden in Wal- und Seevögelmägen und das global verteilte Mikroplastik, das letztendlich auch in den Mägen und Körpern der Menschen landet.
  • Der Bestand an Insekten ist in den letzten 25 Jahren nach wissenschaftlichen Untersuchungen um 70 bis 80 % zurückgegangen. Insekten bilden das zentrale Glied in der ökologischen Kette des Lebens. Sie erfüllen Schlüsselfunktionen bei der Befruchtung der Pflanzen und sind die Hauptnahrungsquelle unzähliger anderer Tierarten. Auch der Verlust der Arten ist erschreckend: Über die Hälfte aller Insekten stehen in den Roten Listen der vom Aussterben bedrohten Arten. Eine vergleichbar katastrophale Entwicklung stellen Wissenschaftler in der Vogelwelt fest. Die Biodiversität ist damit aufs Äußerste bedroht.
  • Der Flächenverbrauch in Deutschland ist nach wie vor extrem hoch. In Bayern werden täglich über zwölf Hektar Land verbraucht, das entspricht der Fläche von 25 Fußballplätzen. Die ständige Ausweisung neuer Gewerbeflächen am Rand der Städte und Gemeinden, wie jüngst in Marktredwitz oder Hof, nimmt der Landwirtschaft ihre Existenzgrundlage und der Natur ihren Lebensraum. So sollten die Ausweisung dieser Gebiete einer strengen Überprüfung auf deren Notwendigkeit unterliegen. Parkflächen müssen auf ein Minimum reduziert und sollten nicht mehr ebenerdig genehmigt werden.
     

Der Hofer Kreisverband von Bündnis 90/Die Grünen bittet zum Welterschöpfungstag die gesamte Bevölkerung auf, über die Folgen des persönlichen Verhaltens nachzudenken und den Verbrauch an Materialien, Landverbrauch und Energie zu vermindern. Wichtiger noch ist der Appell an die Verantwortlichen in den Gewerbebetrieben, den Verwaltungen und den politischen Ämtern, ihre Entscheidungen in Zukunft mehr an der Ökologie - also am Lebenskreisläufen und weniger an vordergründigen wirtschaftlichen Argumenten - zu orientieren.

„Wir haben nur einen Globus, auf dem derzeit 7,8 Milliarden Menschen leben. Wir müssen alles tun, um für alle ein Leben in einer gesunden Umwelt und Natur wieder möglich zu machen“
- Mirjam Kühne

Unterzeichner*innen: Hofer Kreistagsfraktion der Bündnisgrünen, Mirjam Kühne und Ralf Reusch, Vorstand der Hofer Bündnisgrünen, Brigitte Artmann, Vorstand der Bündnisgrünen im Landkreis Wunsiedel.

(Text: Nanne Wienands)


Solidarität für Plauener Bündnis

In der letzten Plauener Stadtratssitzung am 30. März 2021 wurden durch eine gemeinsame Abstimmung aller CDU-Stadträte mit der AfD und dem "III. Weg" die Zahlung der Gelder für das „Bündnis für Demokratie, Toleranz und Zivilcourage im Vogtlandkreis“ gestrichen. 8.000 Euro hatte das Bündnis jährlich erhalten. Einige Jahre hatte das Bündnis unter der Federführung der Evangelischen Kirchengemeinde für Demokratie und Menschenrechte gearbeitet. Für die Organisation der nahezu wöchentlich notwendigen Aktivitäten wurde eine 450-Euro-Stelle geschaffen.

Zivilgesellschaft gefordert

Die Zivilgesellschaft sollte sich solidarisch zeigen und das Plauener Bündnis in dieser Situation finanziell unterstützen. Vertreterinnen und Vertreter des „Hofer Bündnis für Zivilcourage“ und sowie der Projektstelle gegen Rechtsextremismus aus Bad Alexandersbad waren regelmäßig Gast bei den Plauenern. Man unterstützte sich stets gegenseitig bei allen Veranstaltungen. Es ist wichtig, auch weiterhin zu helfen, dass der Einsatz in Plauen für Demokratie, das Grundgesetz und die Menschenwürde unbeschadet weitergehen kann, und dass den undemokratischen, rassistischen, menschenfeindlichen und neonazistischen Bestrebungen und Aktionen im Vogtland durch engagierte Bürgerinnen und Bürger entgegengetreten werden kann.

Spendenmöglichkeit

Die Streichung der Gelder hatte bisher eine große Welle der Solidarität zur Folge. Die Arbeit für das laufende Jahr ist vorerst „gerettet“. Aber für die kommenden Jahre 2022, 2023 besteht weiter Unsicherheit. Deswegen sind weiterhin Spenden (auch kleinere Beträge) an den Trägerverein „Wir-in-einer-Welt-Plauen/Vogtland e.V.“ erbeten.
Die Kontoverbindung dazu: IBAN DE 97 8705 8000 3000 0063 10
Verwendungszweck: Bündnis Demokratie

 


Ralf Reusch tritt als Bundestagskandidat an

Die Grünen-Kreisverbände Hof und Wunsiedel haben am 28. März gemeinsam ihren Bundestagskandidaten für den Wahlkreis 239 bestimmt. Aufgrund der seit Monaten angespannten Corona-Infektionslage gab es keine Möglichkeit, die Aufstellungsversammlung wie üblich in Präsenz abzuhalten. Die Veranstaltung erfolgte daher im ersten Schritt digital per Videokonferenz und Online-Voting. Im zweiten Schritt wurde die Entscheidung jüngst von den Mitgliedern per Brief- und Urnenwahl bestätigt. Die Auszählung am 10. April ergab: Von 85 abgegebenen Stimmen waren 84 gültig. 68 stimmten mit ja, 15 mit nein, es gab eine Enthaltung.

Drei grüne Kandidatinnen und Kandidaten
Die per Video zugeschalteten Mitglieder der beiden Kreisverbände hatten bei der Versammlung den Luxus aus drei Kandidatinnen und Kandidaten wählen zu können. Durch die Veranstaltung führte als Moderator der Landtagsabgeordnete Tim Pargent. Zur Wahl traten an: Der Schauspieler und frühere Landtagskandidat Philipp Brammer, die Unternehmensberaterin Karin Caliebe sowie Ralf Reusch, Key Account Manager und Sprecher des KV Hof. Alle drei stellten sich persönlich sowie ihre politischen Ziele in Redebeiträgen vor und standen den Mitgliedern Rede und Antwort.

  • Philipp Brammer betonte, dass es höchste Zeit für einen Wechsel der Politik sei. Man müsse den Verwaltungsmodus verlassen und mit frischen Ideen Schwung in die Zukunft bringen. Neben der Coronapandemie stehen die Themen Klimakrise, Arbeitstransformation, Digitalisierung und Demokratiekrise ganz oben auf der Agenda.
  • Karin Caliebe stellte in ihrer Rede heraus, dass es in unserer Gesellschaft noch stärker um Chancengleichheit gehen müssen. Als Abgeordnete wolle sie Werte und Ziele von Bündnis 90/Die Grünen vertreten, sich aber vor allem den Problemen und Sorgen der Menschen in Stadt und Landkreis Hof sowie Wunsiedel widmen.
  • Ralf Reusch schilderte, dass ihn grüne Politik bereits seit seiner Jugend begleitet und vor allem sein Handeln über Jahrzehnte geprägt hat. Heute mit 57 Jahren Lebenserfahrung sei er umso mehr davon überzeugt, dass es unabdingbar ist, den politischen Wandel hin zu einer sozial-ökologischen Gesellschaft aktiv zu gestalten.
     

Ralf Reusch verbindet Pragmatismus mit grüner Leidenschaft
Ralf Reusch aus Hof konnte die Mitglieder von seiner grünen Leidenschaft und seiner breiten Kompetenz überzeugen. Er erhielt bereits im ersten Wahlgang die erforderliche absolute Mehrheit der Stimmen.
„Ich bin sehr glücklich darüber, dass das Votum bereits im ersten Wahlgang deutlich für mich ausgefallen ist. Meine Sicht auf die regionalen Themen und Aufgabestellungen sowie mein bundespolitischer Themenschwerpunkt wurden damit  angenommen“, erklärte Ralf Reusch nach der Abstimmung.

Delegierte für die Landesdelegiertenkonferenz
Der KV Hof wählte zusätzlich zum Bundestagskandidaten noch seine Delegierten für die Landesdelegiertenkonferenz zur Aufstellung der Landesliste zur Bundestagswahl 2021. Diese wichtige LDK entscheidet darüber, welche Kandidatinnen und Kandidaten welche Listenplätze erhalten werden. Die LDK findet am 17. und 18. April 2021 in digitaler Form statt, das Ergebnis wird ebenfalls durch eine Briefwahl aller Delegierten bestätigt. Für Hof sollen laut Abstimmung Ulrike Lehmann und Johannes Kühne daran teilnehmen. Auch die Delegierten wurden noch einmal per Brief- und Urnenwahl bestätigt.


Stellungnahme der Hofer Kreistagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen zum Bericht "Wieviel Asphalt braucht der Saaleradweg?" vom 19.3.2021

In unserem Landkreis werden gerade viele Radwege entlang landschaftlich reizvoller Fluss- und Bachläufe gebaut. Die Fraktion der Bündnisgrünen im Hofer Kreistag gibt der Hofer Oberbürgermeisterin Eva Döhla recht; nicht alle Strecken müssen asphaltiert werden. Es gibt verschiedene Gründe, einen Radweg mit einem  wasserdurchlässigen Belag bestehen zu lassen: in Hof ist es der parkähnliche Charakter an der Saale bzw. der unter dem Radweg liegende Kanal. Aber auch Natur- und Wasserschutzgebiete sollten im Blick behalten werden. Ein nicht asphaltierter Weg wird in der Regel etwas langsamer befahren, als ein asphaltierter Weg. Familien mit Kindern und Freizeitradler können die Umgebung entdecken und werden vielleicht sogar anhalten, um sie zu genießen. Sportradler und Radpendler sind im allgemeinen flott unterwegs und schätzen die Asphaltierung. Diese Unterscheidung muss immer mitgedacht werden.

In unserer ländlichen Umgebung sind asphaltierte Radwege geplant, die auch noch für die Traktoren der Landwirtschaft gedacht sind - die Wege sollen so breit werden, dass Traktoren sie nutzen können, das sog. Kernwegenetz. Die finanzielle Förderung dafür wird vom Amt für ländliche Entwicklung (ALE) bereit gestellt. Für die Förderung ist eine Asphaltierung Voraussetzung. Es gibt Vorgaben für die Breite der Wege mit Banketten und Gräben. Die Traglast ist für 11,5 Tonnen ausgelegt. Diese Doppelnutzung birgt einerseits Gefahrenmomente für Radler und Landwirte, andererseits ist allein durch die Größendimension eine Beeinträchtigung bzw. Zerstörung von Natur und Umwelt kaum zu vermeiden: der ins Blickfeld geratene Radweg zwischen Rehau und Oberkotzau ist ein beredtes Beispiel dafür.

Dass der Radwegebau von öffentlicher Seite bezuschusst wird, ist im Prinzip positiv. Unter anderem sind dabei auch Gelder der EU enthalten, die ausdrücklich an bestimmte Vorgaben, wie zum Beispiel den Klima- und Landschaftsschutz gebunden sind. Dem widerspricht, dass für Radwege vorhandene natürliche Strukturen und Lebensräume zerstört werden, wie es beispielsweise beim Perlenradweg geschehen ist.

Im Regnitzgrund besteht die Gefahr, dass Felsformationen zerstört werden, um dort einen Radweg zu bauen: in der Nähe des Schrecksbergs zwischen Kautendorf und Tauperlitz. Die Überlegung ist nicht nachvollziehbar, denn genau in diesem Bereich sind glücklicherweise bereits viele Kilometer Radwegenetz vorhanden. Wir nehmen das zum Anlass, einmal mehr zu betonen, dass nicht überall neue Strecken gebaut werden müssen, die unsere Flussauen mit ihrer besonderen Flora und Fauna zerstören, für die Schatten spendende Bäume fallen müssen und mit denen waghalsige Kreuzungen entstehen, wie man es z. B. bei Baumersreuth in der Nähe des Förmitzspeichers erleben kann. Wir würden uns einen sensibleren Umgang bei der Planung und die Einbeziehung bereits bestehender Strukturen der Radwege wünschen - so wie die Oberbürgermeisterin von Hof, Eva Döhla es betont hat. Hier wäre ein Umschwenken der Förderkultur dringend angebracht: Je ressourcenschonender und auch sparsamer eine Kommune bei solchen Projekten vorgeht, desto mehr Fördergelder müssten fließen.

Zusammenfassend: unser Anliegen besteht darin, dass für den Radwegeplan möglichst bestehende Wege genutzt werden sollten, ökologisch sensible Gebiete sollten nicht bebaut werden, bei einer Neutrassierung sollte die Oberfläche wassergebunden sein; lediglich in begründeten Ausnahmen käme eine Asphaltierung in Frage. Hintergrund sind der leider immer noch zunehmende Flächenverbrauch und die daraus resultierenden Probleme hinsichtlich unserer Wasserversorgung.

(Mirjam Kühne, Fraktionssprecherin der Bündnisgrünen im Hofer Kreistag, Nanne Wienands, Thomas Friedrich, Birgitt Lucas, Klaus Schaumberg)


Haushaltrede 2021 von Dr. Klaus Schrader

"Hof hat Zukunft, diese Zukunft ist gut und irgendwie auch grün."
Dr. Klaus Schrader, Stadtrat in Hof, Bündnis 90/Die Grünen.

Die komplette Rede von Dr. Klaus Schrader zum Haushalt 2021 in Hof findet sich als Download unter den untenstehenden Links.


Symbolisches Gedenken an die Atomkatastrophe in Fukushima vor exakt zehn Jahren

Das Bild zeigt von links: Marion Klinger, Karin Caliebe, Gudrun Kiehne, Nanne Wienands, Ralf Reusch und Andreas Künneth.
Das Bild zeigt von links: Marion Klinger, Carin Caliebe, Gudrun Kiehne, Nanne Wienands, Ralf Reusch und Andreas Künneth.

Wegen den hohen Coronainzidenzwerte in Hof sollte es von vorn herein ein symbolisches Gedenken sein: Die Hofer Grünen trafen sich am Donnerstagabend an der Michaeliskirche in Hof, um an die Atomkatastrophe in Fukushima vor exakt zehn Jahren zu erinnern.

Kreisrätin Nanne Wienands erläuterte kurz die Geschichte des Geschehens: "Am 11. März 2011 erschütterte ein Erdbeben den Meeresboden vor der nordöstlichen Küste Japans. Zwei Tage später folgte in derselben Region das stärkste Seebeben in der japanischen Geschichte mit einer Stärke von 9,0 auf der Momenten-Magnituden-Skala. Die daraus entstehende Tsunamiwelle erreichte wenige Stunden später das älteste Kernkraftwerk Japans in Fukushima - Daiiji und beschädigte mehrere der Reak­toren. Die ausgetretene radioaktive Strahlung verseuchte weite Teile der Region und verteilte sich in den folgenden Tagen in alle Teile des Landes.

Direkt durch das Erdbeben und den folgenden Tsunami kamen nach Angaben der japanischen Katastro­phen­managementbehörde 19.630 Menschen ums Leben. Weitere 2.000 Todesfälle werden laut dem Bundesamt für Strahlenschutz inzwischen allein in der Präfektur Fukushima zu den langfristigen Folgen der Evakuierung gezählt. Es wurde versucht, das zur Kühlung erforderliche Wasser zurückzuhalten – es ist heute längst in allen Weltmeeren nachweisbar.

Fukushima ist eine Katastrophe, die die japanischen Techniker und Wissenschaftler bis heute nicht in den Griff bekommen haben, ebenso wie in Tschernobyl. Ständig werden neue Schäden entdeckt, alte Schäden – die neu entdeckt werden. Die Auswirkungen auf das Leben der Menschen sowohl in Japan als auch weltweit sind unübersehbar.

Die Bundespolitik hat vor zehn Jahren wegen heftiger Protestaktionen der Atomkraftgegner*innen relativ umgehend reagiert. Neun Reaktoren wurden sofort stillgelegt und für die restlichen ein Ausstiegsplan bis Ende 2022 festgeschrieben. Heute laufen noch immer sechs Atomkraftwerke in Deutschland, die uns und unsere Kinder bedrohen. Bis Ende 2021 müssen drei weitere vom Netz und die restlichen drei dann bis Ende 2022. Und dann wäre da noch der von Deutschland nicht unterzeichnete Atomwaffensperrvertrag; ein Gefährdungspotenzial ohnegleichen.

Und dennoch fordern auch in Deutschland noch immer Menschen, dass die Atomenergie als „klimafreundlicher Energielieferant“ eingesetzt werden soll – dass wir nach wie vor kein Endlager haben wird ignoriert, Dass es nie eines geben wird, das eine Million Jahre bewacht werden kann, dürfte jedem klar sein.

Und die neueste Meldung aus Tschechien? Die tschechische Regierung hat den Ausbau des AKW Dukovany genehmigt: mit zwei neuen Blöcken. Auch Temelin soll ausgebaut werden. Wenn die neuen Reaktoren fertig sind, sind die alten Blöcke 45 Jahre lang gelaufen – wenn, ja, wenn nichts passiert. Der Strom dient der Überflussversorgung Europas.

Im Anschluss an die Rede blieben alle Anwesenden, unter ihnen die Vorstandsmitglieder Gudrun Kiehne, Andreas Künneth, Marion Klinger und Ralf Reusch sowie das neueste Mitglied der Grünen, Karin Caliebe schweigend stehen. Zehn Minuten für zehn Jahre Fukushima. "Atomkraft - nein danke!" ist eine der ältesten Forderungen der Grünen.


Impfen - Mit der richtigen Strategie!

Eine Veranstaltung der Grünen Jugend Hof am 11.3. um 19 Uhr:
Wir informieren über die Impfung gegen Covid19, erklären die Wirkungsweise der unterschiedlichen Impfstoffe, insbesondere der neuen mRNA-Impfstoffe. Wir reden über die Zulassungsverfahren und entlarven die wichtigsten Verschwörungserzählungen. Außerdem diskutieren wir mit euch über die bayerische Impfstrategie, über die Sinnhaftigkeit von Diskussionen um Impfpflichten und darüber, wie man die Impfbereitschaft wirklich steigern kann. Andreas Krahl und Florian Siekmann bringen dabei ihre Expertisen aus der Praxis als Fachkrankenpfleger und Biochemiker ein.

Die Online-Runde findet unter diesem Link statt:
https://public.senfcall.de/impfen-mitderrichtigenstrategie


Amazon in Schwarzenbach/Saale?

Ein Kommentar von Nanne Wienands

Amazon in Schwarzenbach/Saale? Mit der Bestätigung dieser Frage preschte der Oberkotzauer Bürgermeister Breuer vor, ehe die Schwarzenbacher Stadträte aus erster Hand informiert wurden. Ein Unding, um es vornehm zu formulieren. Wir werden sehen, ob es tatsächlich so kommt. Aber gleich daraus abzuleiten, dass man deswegen die neue Umfahrung Oberkotzau braucht, ist verwegen. Die 30 Jahre alte Planung für diese Umfahrung muss auf den Prüfstand, denn die ökologischen und verkehrspolitischen Parameter haben sich enzwischen geändert. Und nicht umsonst hat sich in Oberkotzau eine starke Bürgerinitiative gegründet, die sich gegen den Bau der Straße ausspricht. Am 14. März 2021 kommt es deswegen in Oberkotzau zu einem Bürgerentscheid. Dass auch Schwarzenbach/Saale von diesem Monsterstraßenbau betroffen ist, ist vielen Schwarzenbachern noch gar nicht bewusst.

Hier kann man sich informieren: https://ortsumgehung.uw-oberkotzau.de

WENN das Verteilzentrum in Schwarzenbach/Saale kommen sollte, würden die online bestellten Waren z. B. nach Fattigau und Oberkotzau (und viele andere kleine Ortschaften der Umgebung) geliefert werden. D. h., die Fahrzeuge suchen die Adressen der Besteller, und nicht den Weg um die Orte herum.

Ein Großteil des Verkehrs auf der Straße durch Fattigau und Oberkotzau ist "hausgemacht", es ist Ziel- und Quellverkehr. Und den kriegt man mit der dicksten Umfahrungsstraße nicht weg. Es gilt auch hier die alte Erkenntnis: wer Straßen sät, wird Verkehr ernten! Wer es den Autos leicht macht, fördert den Autoverkehr! Wenn es anders wäre, hätten wir durch mehr Straßen ja weniger Verkehr - das Gegenteil ist der Fall.

Zurück zu den Logistikunternehmen, wer auch immer es sein wird: durch die neuen Mitarbeiter, die die neuen Arbeitsplätze besetzen, wird der Einzelhandel nicht gerettet. Sie werden - wie inzwischen leider fast jeder andere Mensch auch - einen Teil ihrer Einkäufe im Laden tätigen und einen Teil im Versandhandel bestellen. Verbesserungen des Versandhandels, der seine günstigeren Preise anbieten kann, weil er niedrigste Löhne zahlt, fördern den Einkauf bei den Versandhändlern.

Wir müssen das ganz sachlich sehen: wir haben es alle in der Hand, ob wir den örtlichen Handel unterstützen oder den großen Onlinehändler, der nicht einmal Gewerbesteuer in der jeweiligen Kommune zahlt, in der er seine Lager- und Verteilzentren baut.

Eine schwierige Gemengelage, die sich noch dadurch verschärft, als es Probleme bereiten dürfte, die neuen Arbeitsplätze zu besetzen.


Einwendungen gegen Mountainbikepark am Kornberg noch bis 28. Februar

Am Kornberg soll bald ein Mountainbike-Trailparkes als eventtouristisches Projekt entstehen. Einwendungen gegen dieses aus oköligischer Sicht durchaus problematische Vorhaben sind noch bis 28. Februar 2021 möglich. Es steht zu befürchten, dass hier die Natur zur bloßen Kulisse ohne Rücksicht auf die bestehenden intakten Lebensräume degradiert werden soll.

Der Kornberg ist eines der letzten Rückzugsgebiete für Flora und Fauna im Fichtelgebirge. Nun, da es wegen des Klimawandels weniger schneereiche Winter mit Sportangeboten für Skifahrer geben wird, versucht man, den Berg zur ganzjährig befahrbaren Kulisse für den Radsport zu machen. Ähnliche Angebote gibt es jedoch bereits in relativer Nähe zum Kornberg.

Daher die Bitte an alle Mitglieder und naturverbundenen Sympathisanten: Macht euch kundig und schreibt Einwendungen. Die gesamten Unterlagen zum Mountainbike-Trailpark sind bis zum 28. Januar 2021 unter folgendem Link einsehbar und sind herunterzuladen: https://www.landkreis-wunsiedel.de/landkreis/oeffentliche-bekanntmachung/errichtung-eines-mountainbike-parks-mit-lernparcours

Einwendungen müssen bis spätestens einschließlich 28. Februar 2021 schriftlich beim Landratsamt Wunsiedel i. Fichtelgebirge, Jean-Paul-Straße 9, 95632 Wunsiedel eingehen.

Weitere Informationen und eine beeindruckende Galerie mit Bildern der dort lebenden Tierarten finden sich auf der Seite der Kreisgruppe Hof des Landesbunds für Vogelschutz in Bayern (LBV) e. V.: hof.lbv.de/naturschutz/der-gro%C3%9Fe-kornberg


Schwarzenbacher Stadtrat Günter Letfuß scheidet aus und wird geehrt

Die Übergabe eines Geschenkkorbes durch Gudrun Kiehne (links im Bild) und Marion Klinger an Günter Letfuß in Schwarzenbach an der Saale am 19. Januar 2021.
Die Übergabe eines Geschenkkorbes durch Gudrun Kiehne (links im Bild) und Marion Klinger an Günter Letfuß in Schwarzenbach an der Saale am 19. Januar 2021.

Nach mehr als 30 Jahren im Stadtrat von Schwarzenbach/Saale ist Günter Letfuß (Grüne) im Januar offiziell verabschiedet worden. Zum Anlass seines Ausscheidens und als Dank für sein langjähriges Engagement hat der Vorstand des Kreisverbands Hof Günter Letfuß am 19. Januar 2021 einen Geschenkkorb überreicht. Vorstandsmitglied Marion Klinger verlas eine Laudatio zu seinen Ehren. „Wir danken Dir auch für Deine Mitgliedschaft bei den Grünen. In dieser langen Zeit hast Du Deine Kraft als Mitglied des Kreistags für örtliche und überörtliche Ziele der Grünen eingesetzt“, heißt es darin auszugsweise.

Grüne Keimzelle der Region

Letfuß, der zusammen mit Gudrun Lehmann die Keimzelle der Grünen in Schwarzenbach und im Landkreis bildete, war zudem (mit Unterbrechung) fast 18 Jahre im Kreistag vertreten, hier in Fraktionsgemeinschaft mit der SPD. In die grüne Partei trat er bereits am 7. März 1984 ein und prägte ihre Entwicklung in der Region maßgeblich mit. Noch vor seiner Zeit als Stadtrat hatte er mit dem damaligen Altbürgermeister Schneider die grüne Tonne als Modellprojekt des Landkreises in Schwarzenbach/Saale erreicht.

Bei der Kommunalwahl 1990 stieg Letfuß dann offiziell in die Lokalpolitik ein. Aus der Schwarzenbacher Ortsgruppe des Bund Naturschutzes heraus konnte er eine Liste mit 13 Personen aufstellen, die zur Wahl antraten. Dank seines hohen Ansehens und seines Engagements in Schwarzenbach wurde er als einziger Grüner gewählt. Letfuß holte mehr als doppelt soviel Stimmen wie jeder Andere. Dies setzte sich bei den weiteren Wahlen fort.

Nähe zum Bürger und Einbindung der Jugend

Ein besonderes Anliegen war und ist Günter Letfuß immer die Nähe zum Bürger und die Einbindung der Jugend. Deshalb hat er abseits der Politik auch alternative Kulturevents veranstaltet, zu denen regelmäßig nicht nur Grüne, sondern auch zahlreiche Sympathisanten und Mitglieder anderer Parteien kamen. Martin Wolfers-Mildner, ebenfalls Schwarzenbacher und langjähriger Weggefährte, würdigt Letfuß als „aufrechten Kämpfer gegen Atom und Rechts.“ Er sei etwa in Wackersdorf, Mödlareuth und in Wunsiedel immer bei Demonstrationen aktiv. Der Helmbrechtser Kreistagsabgeordnete Thomas Friedrich lobt den politischen Stil von Günter Letfuß: „Günter ist immer auf Ausgleich bedacht, es ist ihm wichtig, Ziele zu erreichen, nicht sich zu profilieren. Dafür hat er oft auch den Kompromiss mit SPD und CSU gesucht, um die nötigen Mehrheiten zu bekommen. Er hat oft unspektakulär, aber kontinuierlich und verlässlich gearbeitet.“

Letfuß übergibt an seinen Nachfolger Andreas Link

Letfuß war über drei Jahrzehnte eine feste Größe in der Schwarzenbacher Lokalpolitik und wurde am 12. Januar während der Stadtratssitzung offiziell verabschiedet. Seinen Platz nimmt nun Andreas Link ein, der in Schwarzenbach einen Garten- und Landschaftsbaubetrieb besitzt und mit Themen wie „Ökologisches Bauen“ und „Regenerative Energien“ Zeichen setzen will. Letfuß will sich unabhängig vom Stadtratssitz auch künftig weiter für Politik und Kultur engagieren.


1.000 FFP2-Masken für Schulen und soziale Einrichtungen

Start der Masken-Verteilaktion am Grünen Büro mit den Vorstandsmitgliedern. Von links nach rechts: Andreas Künneth, Marion Klinger, Ralf Reusch.

Die Anordnung der bayerischen Staatsregierung, dass ab Montag, den 18.1.2021 im ÖPNV und beim Einkaufen FFP2-Masken verpflichtend sind, löste einen regelrechten Sturm auf Apotheken und Drogerien aus. Die Masken wurden mancherorts schnell knapp und stellenweise zu überhöhten Preisen verkauft. Gerade für sozial schwächere und bedürftige Menschen stellt das ein Problem dar.

Der Kreisverband Hof von Bündnis90/Die Grünen hat sich deshalb – wie auch die Stadt und der Landkreis Hof – entschlossen, ein größeres Kontingent Masken für soziale Einrichtungen, Schulen, Flüchtlingsunterkünfte sowie die Wohnungslosenhilfe zur Verfügung zu stellen. Auf Anregung des Stadtrats der Grünen, Sebastian Auer, wurden 1.000 Masken beschafft und an die Leiter der jeweiligen Einrichtungen übergeben. „Wir wollen damit unseren Teil dazu beitragen, dass die beschlossenen Corona-Maßnahmen gerade die Schwächsten nicht noch stärker belasten“, erklärte Auer.

Im Zeitraum zwischen Freitag, den 15. und Montag, den 18.1. gehen die FFP2-Masken an folgende Einrichtungen: Thomas-Breit-Haus, Bahnhofsmission, Gemeinschaftsunterkünfte für Asylbewerber, Sophienschule Hof, Christian-Wolfrum-Grundschule Hof, Neustädter Schule Hof, Hofecker Grundschule Hof sowie das internationale Mädchen- und Frauenzentrum der Ejsa.

Andreas Künneth, Schriftführer im Vorstand des Kreisverbands, engagiert sich persönlich stark für Geflüchtete und freut sich umso mehr über die Verteilung: „Die Grünen stehen für den sozialen Zusammenhalt in der Gesellschaft, was sich in dieser Aktion praktisch niederschlägt. Und gerade in Zeiten der Pandemie braucht es Zusammenhalt mehr denn je“, betonte Künneth. 

Stellungnahme zum Bericht "Grünes Licht für Flüsseradweg"

Stellungnahme zum Bericht "Grünes Licht für Flüsseradweg" vom 23.12.2020 (Saaleradweg durch Schwarzenbach/Saale) 

Von Nanne Wienands:
Der o.g. Bericht bezieht sich auf die Stadtratssitzung vom 15. Dezember 2020 in Schwarzenbach/Saale. Ich bin mehrfach gefragt worden, warum ich gegen die Vergabe der Planung des Saaleradweges in Schwarzenbach gestimmt habe. Dazu nehme ich gern Stellung:

Bei der Abstimmung im Stadtrat ging es um den Auftrag an das Planungsbüro für den Saaleradweg etwa von Förbau bis zur Hertelsleite; also an der Saale entlang quer durch Schwarzenbach. Natürlich habe ich nichts gegen Radfahrer und auch nichts gegen ausgewiesene und neue Radwege.

Aber ich habe im vergangenen halben Jahr unmittelbar miterlebt, was sich zwischen Rehau und Oberkotzau ereignet hat. Man hat in diesem Bereich schlichtweg alle Gesetze zum Schutz der Natur ignoriert und den neuen „Perlenradweg“ durch ein wertvolles  unter Schutz stehendes Biotop asphaltiert. Dabei wurden unter strengem gesetzlichen Schutz stehende Pflanzen vernichtet. Wenige Meter daneben wäre ein ausreichend breiter Weg gewesen, aber man konnte sich offenbar nicht über die Besitzverhältnisse einigen. Die Behörden haben das Vorgehen nachträglich genehmigt.

Eine Genehmigung zum Bau des Radweges durch das Landschaftsschutzgebietes Wojaleite lag ebenfalls nicht vor. Diese wurde erst nachträglich erteilt, als es eine Anfrage dazu gab. Ohne Nachfragen von aufmerksamen Bürgern und Verbänden hätte es auch diese nachträgliche Genehmigung nicht gegeben. Eigentlich wäre in diesem Bereich jegliche Baumaßnahmen verboten gewesen. Auch auf dem Rehauer Gemeindegebiet gab es im Zusammenhang mit dem Bau des Perlenradweges nach heutigem Kenntnisstand keine Genehmigungen.

Der Vorgang ist ungefähr vergleichbar mit folgendem Ereignis:  
Jemand fährt über ein rote Ampel, verursacht einen Unfall und die zuständige Behörde sagt dann "Ist doch nicht so schlimm, wir genehmigen das Überfahren der roten Ampel rückwirkend!"

So kann man meiner Meinung nach nicht mit den Naturschutzgesetzen umgehen. Alle bisher für den Perlenradweg vorgelegten Genehmigungen wurden erst im Nachhinein erteilt.
Das Argument, dass im Schwesnitztal ja auch die Bahnlinie entlang geht, greift nicht. Die Bahn ist vor ca 170 Jahren gebaut worden, die Einweihung war am 1. November 1865. Damals gab es noch große zusammenhängende intakte Lebensräume. Wald- und Artensterben, der Klimawandel, die massive Übernutzung der Landschaft durch Zersiedelung und durch die Zerschneidung von Straßen waren noch nicht absehbar.

Radwegebau ist heutzutage ähnlich aufwendig wie ein Straßenbau. Es geht nur noch mit großen Baustellen, mit Baggern und LKW`s, Generatoren und Nebenbauflächen. Es kommt zu einem hohen Fahrzeug- und Geräteeinsatz. Für mich ist es fraglich, ob ein Radweg durchgängig asphaltiert sein muss. Wenn ich mir vorstelle, dass man am Schützenhaus in Schwarzenbach/Saale die wenigen Meter zwischen dem Saalesteg und der Schützenstraße auf 2,50 m verbreitert und asphaltiert, beidseitig zusätzlich 0,5 m Bankett anlegt, bedeutet das den Verlust von mehreren Bäumen in einem geschützten Landschaftsbestandteil. Für einen Radfahrer bedeuten Bäume übrigens immer willkommenen Schatten. Zu den 2,50 m Breite des Radweges kommen in der Regel Randstreifen, so dass ein Radweg entsteht, den man im Sommer und im Winter pflegen muss. Das bedeutet aber auch: Folgekosten; mehr Arbeit für den Bauhof.

Asphaltierte Radwege bedeutet Flächenversiegelung. Dieses Thema wird ja gerade intensiv in Bayern und anderen Bundesländern diskutiert. Gegenwärtig werden in Bayern täglich 10,5 ha Boden versiegelt. So hebt die Bauweise des Radweges letztlich ein Stück weit den Sinn eines solchen Weges wieder auf.

Mein Ziel ist es, dass durch Schwarzenbach ein Radweg verläuft, bei dessen Planung alle geltenden Gesetze berücksichtigt werden, und mit dem auf sensible oder geschützte Bereiche Rücksicht genommen wird. Der gewünschte Radweg könnte auch zu 100 % auf bereits bestehenden, wassergebundenen Wegen und auf wenig von Autos befahrenen Straßen ausgewiesen werden; jeder Radfahrer ist bisher problemlos von Förbau bis zur Hertelsleite gekommen.

Ich werde dem Vorhaben Saaleradweg nur zustimmen, wenn alle Umweltaspekte realistisch berücksichtigt worden sind, und das nicht erst nach der Planung, sondern vorher. Ich möchte, dass die Schönheiten und Besonderheiten unseres Landkreises, unserer Stadt und der Saaleauen sichtbar werden und die Radfahrer nicht blindlings auf einem Radrennweg daran vorbei geführt werden. Das Argument, dass die Radfahrer schon an der Saalequelle überlegen, ob sie in Hof oder in Pottiga übernachten, zeigt mir, dass wir eigentlich einen langsamen Weg organisieren müssten, damit die Radfahrer sehen und erleben, wo sie fahren.

Mein Ziel ist es, dass auch Radwege dem Radfahren entsprechend umweltfreundlich und unter Einhaltung der Naturschutzgesetze gebaut werden. Dass die finanziellen Zuschüsse dafür aus einem Programm für den Klimaschutz kommen, verpflichtet eigentlich dazu.

Ohne Corona würden wir Grünen zu diesen Themen zu Diskussionsveranstaltungen einladen, aber das geht leider nicht. Die Öffentlichkeitsbeteiligung dazu aber sollte es geben. Die Pläne müssen so wie sie jetzt sind auf den Tisch, sie müssen öffentlich einsehbar sein. Gemeinsam mit der Bevölkerung könnten wir einen Radweg sinnvoll gestalten.

Sorge um den Großen Kornberg

Bereits am 25. November 2020 erklärten die Grünen öffentlich ihre Bedenken am laufenden Verfahren der Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) zu den Vorhaben am Großen Kornberg. Der Wunsiedler Landrat Peter Berek war nahezu zeitgleich Empfänger eines Schreibens dreier Mitglieder der Hofer Grünen: Swanti Bräsecke-Bartsch, Mirjam Kühne und Nanne Wienands gaben auch im Namen der grünen Abgeordneten im Hofer Kreistag ihrer Sorge Ausdruck, dass die bisherigen Untersuchungen am Kornberg weder ökologisch noch juristisch haltbar sind.

Der Wunsiedler Landrat Peter Berek ist Vorsitzender des Zweckverbands für den touristischen Ausbau des Kornbergs. Die Landkreisgrenze Hof / Wunsiedel verläuft mitten durch das Kornberggebiet.
Die Ergebnisse der Umweltverträglichkeitsprüfung sowie der speziellen artenschutzrechtlichen Prüfung (saP) liegen nun zwar vor; sie bilden aber für die Grünen eher Anlass zur Skepsis und zur Beunruhigung, als zur Freude. Einerseits seien beide Prüfungen nachweisbar fehlerhaft; andererseits müsse nun eigentlich rein formal rasch das Verfahren der Öffentlichkeitsbeteiligung eröffnet werden. Für die Grünen entsteht an diesem Punkt die Forderung nach dem Stopp des gesamten Verfahrens.

Einen großen Mangel sehen die Hofer Grünen darin, dass der Untersuchungsraum im Rahmen der UVP viel zu klein gefasst wurde. Ihrer Meinung nach hätte der Untersuchungsraum das gesamte Waldgebiet mit dem bestehendem Trailnetz und den Wanderwegen umfassen müssen. Berücksichtigt werden müssten am Kornberg zudem die forstwirtschaftliche Nutzung, die Trinkwasserschutzgebiete sowie die zu erwartenden Kumulationen mit dem Konzept des "Ausbaus des Kernwegenetzes im Dreiländereck" sowie den Ausbau der Stromtrasse, die zu Zerschneidungen des gesamten Areals führen werden.

Ein weiterer grundlegender Kritikpunkt ist die Untersuchungsdauer im Rahmen der speziellen artenschutzrechtlichen Prüfung (saP). „In der Regel werden solche Untersuchungen und Beobachtungen über einen gesamten Jahreszyklus durchgeführt; dies ist leider unterblieben," so die Grünen. Aus diesem Grunde seien bestimmte Tierarten nicht in den Untersuchungsergebnissen berücksichtigt, obwohl sie nachgewiesen werden können.

Die Einrichtung von Wildschutzzonen ist eine klare Bedingung dafür, dass ein neuer Trailpark überhaupt eröffnet werden darf. Die Zonen sind notwendig, um EU-relevanten Tier- und Pflanzenarten Schutz - und Rückzugsraum zu bieten, sowie um die bestehenden Wildtierwanderkorridore zu erhalten. Letztere wurde im Jahr 2011 mit dem Bau der Grünbrücke (Kostenrahmen 4,3 Millionen Euro) über die A93 Rechnung getragen. Die Grünen machen weiterhin darauf aufmerksam, dass unmittelbar im Anschluss an den Rehauer Forst das tschechische "Pan European Ecological Network for Central and Eastern Europe" beginnt, welches ebenfalls keine Beachtung in den Prüfungsunterlagen findet.


Der Gedanke an die Zusammenarbeit mit Tschechien legt nahe, dass auch die gesetzlichen Regelungen der EU beachtet werden müssen. Das wäre u. a. die Aarhus-Konvention, die grenzübergreifende Umweltverträglichkeitsprüfung sowie die vorgelagerte grenzübergreifende Strategische Umweltprüfung (SUP). Eine Reihe von Initiativen der EU befassen sich mit der Struktur von umweltrelevanten Eingriffen und geben Richtlinien dafür vor. An der Einhaltung dieser Richtlinien hängen auch die Zuschussvergaben.
"Es kann ja wohl nicht sein," so die Hofer Grünen, "dass mit europäischen Zuschüssen gegen europäische Gesetze verstoßen wird?"


Begehung der Ortsumgehung Fattigau-Oberkotzau

Eine Minute dauert es, wenn man sich im Internet auf der Seite ortsumgehung.uw-oberkotzau.de den Verlauf der geplanten Ortsumgehung Oberkotzau ansieht. Zwei Stunden dauert es, wenn man sich vor Ort einen kleinen Einblick verschafft in diese Baumaßnahme, Monate würde es dauern, sich in die Materie und ihre Geschichte mit allen Aspekten einzuarbeiten. Wenn damit jemand beruflich zu tun hat, ist er gut beschäftigt. Wer das ehrenamtlich tut, weil es ihn umtreibt, der ist zu bewundern.

In Oberkotzau gibt es solche Menschen. Christian Feller, Wolfgang Peukes, Erik Winterling und Simon Hennig sind vier von ihnen, und sie gingen am vergangenen Samstag mit den Kreisräten der Bündnisgrünen über die Oberkotzauer Fluren, um den besagten "kleinen Einblick" zu vermitteln. "Das Projekt sollte nochmals gründlich infrage gestellt werden," war die einhellige Meinung der Gruppe nach den besagten zwei Stunden. "Eine ganze Reihe von Rahmenbedingungen haben sich in den vergangenen Jahrzehnten rigoros verändert," meinte Mirjam Kühne, die Fraktionssprecherin der grünen Kreistagsfraktion. "Allein der Klimawandel, die Mobilitätswende, Flächenversiegelung, Wasserknappheit, Änderung des Konsumverhaltens, mehr Bedarf an Naherholungsmöglichkeiten und die finanziellen und ökologischen Folgen der Coronakrise sind nur einige wenige Stichworte." Swanti Bräsecke-Bartsch, die sich der Gruppe als Mitglied des Landesbundes für Vogelschutz angeschlossen hatte, verwies darauf, dass mit dem Bund Naturschutz ein großer Umweltverband bereits vor Jahren gegen die Planung der Oberkotzauer Umfahrung geklagt habe. Heute sei zu beobachten, dass die politischen Entscheidungsträger sich nicht mehr einig seien. "Eben weil so lange geplant wurde, muss grundsätzlich die Sinnhaftigkeit überprüft werden," meint Bräsecke Bartsch.

Aus den offiziellen Unterlagen geht folgendes hervor: Der Flächenverbrauch von 26,7 Hektar führt zu einer einschneidenden Umgestaltung der Landschaft . Sieben Brücken werden für die neue Straße gebaut, dazu kommen Böschungen mit bis zu 15 Metern Höhe und andererseits neue Täler mit einer fast ebensolchen Tiefe. Und nicht nur die Landschaft wird sich verändern: auch die Wasserläufe, auch das Grundwasseraufkommen, auch die bisherigen landwirtschaftlichen Flächen und Wege werden massiv beeinträchtigt, und das nicht nur durch die neue Straße selbst, sondern auch durch die Flächen, die im Zuge der Baumaßnahmen als Abstellplatz oder Lagerstätte, als Parkplatz oder Ausweichstrecke verbraucht werden. Lärm und Schadstoffbelastung werden zunehmen und weit höhere Dimensionen erreichen als jetzt in Oberkotzau messbar ist. Mit weißen Schildern versuchen die Gegner dieser Umgehungstraße die Spaziergänger rund um Oberkotzau zu informieren. "Hier verläuft die geplante Umgehung," ist da zu lesen, "Sie stehen hier am Porschnitzweg direkt auf der zukünftigen Umgehung. Der Asphalt befindet sich aber ca. 12 Meter unter Ihren Füßen. Der Weg, den Sie gerade entlanggehen, wird hier unterbrochen werden...." "Die Ausmaße des Bauvorhabens sind immens," meint Kreisrätin Birgitt Lucas.

"Wer Straßen sät, wird Verkehr ernten," diese Wahrheit gilt für jeden Straßenbau. Natürlich sehen die Umweltschützer auch die Situation im Markt Oberkotzau, aber mit der neuen Straße wird der Individualverkehr gefördert, nicht der Öffentliche Personennahverkehr, so die Schlussfolgerung. Außerdem bleibt der Innerortsverkehr trotz Umgehung überdurchschnittlich hoch, deshalb sollten die Steuergelder besser in die Umgestaltung und Sanierung der Ortsdurchfahrt investiert werden. Um die Situation an der Durchfahrtsstraße auch ohne Umgehung zu verbessern, stehen mehrere Vorschläge für die Verkehrsberuhigung im Ort im Raum: Sanierung der vorhandenen Straße mit Flüsterasphalt, Tempobeschränkung innerorts auf 30 Kilometer pro Stunde, Einbau von Bedarfsampeln oder Kreisverkehren, Schulweghelfer zum Schutz der Kinder, Wiederansiedelung einer Nahversorgung im Süden des Ortes, Radweganbindungen für innerörtlichen Radverkehr bis hin zum Lärmschutz an der Eisenbahnlinie. Aufgrund von offiziellen Verkehrszählungen steht zudem fest, dass ein hoher Grad an Quell- und Zielverkehr im Ort bleibt.

"Die Kosten für das Bauwerk werden sich vervielfachen," diese Vorhersage von Kreisrätin Nanne Wienands überraschte einige der Teilnehmer an der Begehung. "Jeder öffentliche Bau, der heute beginnt, kann sich von der Kostenseite her rasch vervielfachen," meint sie. "Noch kein Bau ist wegen Kostensteigerungen eingestellt worden. Und die wirtschaftliche Situation wird sich vermutlich ändern. Alle diese sachlichen Vorschläge, die die Verhinderung der Ortsumfahrung zum Ziel haben und sich um die innerörtliche Verbesserungsmaßnahmen bemühen, sind nicht nur ökologisch, sondern vor allem wirtschaftlich gesehen viel günstiger als diese neue Straße."

Im Namen der Hofer Kreistagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen: Nanne Wienands

Brennpunkt Kornberg

Seit Februar 2020 wurde die Fertigstellung des UVP-Berichtes (Umweltverträglichkeitsprüfung) für die Planung eines Mountainbikeparks am Kornberg immer wieder angekündigt. Jetzt, Mitte Oktober 2020, wird der Bericht der Presse vorgestellt. Ein Termin für die erforderliche Öffentlichkeitsbeteiligung ist noch nicht bekannt.

Die Vereine und Verbände, die sich für Umweltschutz stark machen und die die Planungen für den Kornberg bisher kritisch begleitet haben, sind dazu nicht eingeladen: wegen Corona!? Gut, mit dieser Begründung kann man zur Zeit alles Mögliche verunmöglichen. Der Vorschlag, die gesamte Vorstellung der UVP coronasicher und mit allen Interessierten über eine Videokonferenz durchzuführen, liegt auf dem Tisch. Die betroffenen Vereine und Verbände wären der Bund Naturschutz, der Landesbund für Vogelschutz, der Fichtelgebirgsverein und die Bürgerinitiative "Ruhe für den Kornberg!".

Dass – wie im Landkreis Wunsiedel zugesagt, im Landkreis Hof dagegen nicht – alle Kreisräte die Unterlagen bekommen, ist gleichfalls nicht erkennbar. Von der Bürgerbeteiligung durch die Möglichkeit der Einsichtnahme bei den Verwaltungen der beiden Landkreise – der Kornberg liegt auf dem Gebiet des Hofer und des Wunsiedler Landkreises – hat man ebenfalls noch nichts verlauten lassen.

Wir fordern daher:

  • die Veröffentlichung der Ergebnisse der Umweltverträglichkeitsprüfung unter Beteiligung der fachlich eingebundenen Vereine und Verbände
  • die gesetzlich vorgesehene Beteiligung der Bevölkerung in die Bewertung der Umweltverträglichkeitsprüfung in absehbarer Zeit
  • die direkte Information aller betroffenen Stadt- und Gemeinderäte sowie der Kreisräte in Hof und Wunsiedel
  • eine kritische Betrachtung der Planungen aufgrund der sich darstellenden finanziellen und umweltpolitischen Rahmenbedingungen und wie schon mehrfach gefordert: eine Denkpause von mindestens einem Jahr!

Im Namen der Hofer Kreistagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen: Nanne Wienands

Von der Langenau zum Burgstein - sanfter Tourismus und trockener Wald

Eine sehr hohe, leider abgestorbene Fichte.

„Stille hören – Weite sehen – Wald verstehen“ lautete das Motto einer grünen Wanderung von der Langenau zum Burgstein. Thematisch befasste sie sich unter anderem mit den Aspekten sanfter Tourismus und trockener Wald.

Knapp zwanzig Wanderwillige hatten sich dem Arbeitskreis "Umwelt und Tourismus" der Hofer Bündnisgrünen angeschlossen, um den Frankenwald an einer seiner schönsten und interessantesten Stellen zu erkunden. Das Langenautal im Geroldsgrüner Forst hatte der aus Selbitz stammende Kreisrat Klaus Schaumberg ausgesucht, weil es sich ausgezeichnet eignet, um deutlich zu machen, in welch hohem Ausmaß unsere Region für den seit langem von den Grünen geforderten "sanften Tourismus" geeignet ist.

Bei den gezielt gesetzten Pausen während der Strecke wies Schaumberg immer wieder auf die derzeitigen Entwicklungen im Bereich des Tourismus hin. Der aktuelle Trend aller Wanderfreudigen geht nicht erst seit Corona vom Spaß- und Eventtourismus hin zu sinnhaftem Reisen, bei dem man Land und Leute aus einer anderen Perspektive kennenlernen kann. Längst gibt es deutlich erkennbar steigende Nachfragen nach Urlaubsangeboten im Einklang mit der Natur, mit kulturellen Traditionen und authentischen Begegnungen mit Mensch und Natur, gesunder Ernährung mit regionalen Produkten und einem geringen CO2-Abdruck. Kurze Anreisen stehen im Trend, man möchte mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen oder das Auto stehenlassen können bei einer individuellen Unterkunft; man möchte den Kindern prägende Erlebnisse bieten und körperlich gleichzeitig gefordert und verwöhnt werden. "Natur- und SlowTourism sind angesagt," erklärte Schaumberg, der dem Spaß- und Eventtourismus eine nicht zeitgemäße Ausrichtung bescheinigte. Das bayerische Pilotprojekt „Agrotourismus Frankenwald“ würde dem noch jungen Verein "Agrotourismus Frankenwald" ein innovatives und einmaliges Netzwerk aus touristisch attraktiven Bauernhöfen mit Übernachtungs-, Erlebnis- und Kulinarikangeboten an die Hand geben, das geprägt sei von lokal erzeugten Produkten, Handgemachtem, traditionelle Rezepturen, persönlichen Kontakte zu einheimischen Gastgebern und Handwerkern sowie persönlichen Empfehlungen für Ausflüge und Gastronomie.

"Das Projekt der Frankenwaldbrücken konterkariert diesen zukunftsfähigen Trend und zielt auf Massen- und Eventtourismus, in der Hoffnung, dass ein kleiner Prozentsatz der Gäste den Frankenwald als attraktive Urlaubsregion entdeckt. Dadurch wird eine Zielgruppe angesprochen, die kurzfristige Erlebnisse anstrebt, und die gewünschten Qualitätstouristen werden von den technischen Bauten verschreckt," meinte auch Kreisrätin Birgitt Lucas aus Issigau, die begeistert an der Wanderung teilnahm. Schaumberg wies darauf hin, dass der Frankenwaldtourismus durchaus in die richtige Richtung weise mit dem Motto „Stille hören – Weite sehen – Wald verstehen“. "Der Frankenwald bildet als erste zertifizierte Qualitätswanderregion Bayerns eigentlich eine starke Grundlage für die Entwicklung eines Naturtourismus. Deswegen sollte man lieber den Gedanken an die Schaffung eines Biosphärenreservates wieder ins Gespräch bringen," meinte er.

Klaus Schaumberg mit einer Beilage der Süddeutschen Zeitung zum Thema "Wandern".

Mirjam Kühne aus Regnitzlosau, Sprecherin der Hofer Bündnisgrünen, war der Meinung, dass damit ein passendes Prädikat für die historische Kulturlandschaft des Frankenwaldes gefunden sein könnte. "Ein Biosphärenreservat hätte eine viel effektivere touristische Sogwirkung als jede Brücke," meinte sie. Sie erinnerte daran, dass der Fraktionssprecher der Grünen im Bayerischen Landtag, Ludwig Hartmann, den Begriff der "Naturerlebnisdörfer" in die Diskussion gebracht habe. Dies sei analog zu den „Bergsteigerdörfern“ im Alpenraum ein vielversprechender Entwicklungsansatz, der sowohl vom Frankenwald als auch vom Fichtelgebirge aufgegriffen werden könnte. So ganz nebenbei erfuhr die Gruppe der Wanderer den Unterschied zwischen "Forst" und "Wald" - eine interessante Feststellung, mit der man die Landschaft, durch die man läuft, mit anderen Augen sehen kann. Auch die frühere Bedeutung der Baumschwämme - markante Pilzausformungen an abgestorbenen Stämmen - für den Transport von Glut wurde erklärt: daher kommt der Begriff "jemandem Zunder geben".

Die Trockenheit im Wald war nicht zu übersehen - viele abgestorbene Fichten säumten den Weg, und bei den Aussichtspunkten konnte man unübersehbare braune Bereiche im Wald entdecken. Die Ausblicke auf die Landschaft begeisterten alle, gleichzeitig war aber auch die einhellige Meinung zu hören "der Klimawandel hinterlässt unserer Region eine große Aufgabe". Eine wunderbare Brotzeit im nahen Geroldsgrün bildete den Abschluss eines lehr- und erlebnisreichen Nachmittags.

Die Gruppe an einer der Aussichtsstellen mit einem wunderbaren Blick in die Frankenwaldlandschaft.

„Umweltminister erweist Umwelt einen Bärendienst“

Unser KV-Mitglied Birgitt Lucas im Gespräch mit dem BR.

so beurteilt MdL Tim Pargent die jüngste Entscheidung des bayerischen Umweltminister Glauber zur Höllentalbrücke. Mit dieser Ausnahmegenehmigung werden die strengen Schutzbestimmungen für das Naturschutzgebiet Höllental außer Kraft gesetzt. Die Fachexperten des Naturschutzbeirates der Regierung von Oberfranken hatten dem Projekt der Hängebrücke im Höllental aus naturschutzfachlichen Gründen die Zustimmung verweigert. Der Umweltminister positioniert sich damit auch gegen die anerkannten Naturschutzverbände, die den Eingriff in das wertvolle Naturschutzgebiet kategorisch ablehnen. Durch die Erteilung der Ausnahmegenehmigung erweisen sich die Verlautbarungen von Staatsregierung, CSU und FW als bloße Lippenbekenntnisse.

Das Projekt des Landkreises widerspricht den Zielen von Arten- und Klimaschutz. Das Höllental ist Heimat vieler besonders geschützter Pflanzen und Tiere. Flora und Fauna werden durch das Vorhaben geschädigt oder zerstört. Die angestrebten 400.000 Besucher pro Jahr, überwiegend Tagestouristen und 600 geplante Parkplätze erzeugen ein hohes Aufkommen von individuellem KFZ-Verkehr. Dies und die umfangreichen Bauvorhaben, z.B. Besucherzentrum und Höllentalterrassen, wirken sich ungünstig auf die C02-Bilanz aus. Gerade in diesen Zeiten sollten Fördermaßnahmen in sinnvollere Projekte wie z.B. digitale Lernmittel und Schulbauten fließen. Eine Hoffnung bleibt, dass die Finanzierung und die Kostenentwicklung, wie schon der Wirtschaftsminister Aiwanger in der Pressekonferenz andeutete, sich als Hängepartie für die Hängebrücke erweist.

Während in der Alpenregion und anderen bayrischen Feriengebieten Maßnahmen zur Eindämmung des Massen-Eventtourismus erstellt werden, verfolgt der Landkreis Hof mit den Frankenwaldbrücken ein gegenteiliges und vorgestriges Konzept. Der Kreisverband von Bündnis 90/Die Grünen lehnt daher das Vorhaben Frankenwaldbrücken entschieden ab. Unser Ziel ist der Erhalt und die Ausweitung intakter Naturschutz- und FFH-Gebiete im Einklang mit einer sanften und nachhaltigen touristischen Entwicklung.

Renovierung am Grünen-Büro in Hof startet

Die Eröffnung unseres neuen Bürgerbüros in der Bismarckstr. 32 in Hof kommt mit großen Schritten näher. Mit diesem bekommt der Kreisverband eine feste Präsenz und eine Anlaufstelle für Bürger an zentraler Stelle in der Stadt. Bevor es bald an die feierliche Einweihung gehen kann, musste das Büro natürlich hergerichtet werden. Am vergangenen Wochenende legten die fleißigen grünen Maler daher eine Extra-Schicht ein und peppten das ehemals in Blau gehaltene Versicherungsbüro mit frischem Grün auf. Anbei einige Impressionen von den Renovierungsarbeiten.

Vorstandswahl des KV Hof vom 22.07.20

Neue Sprecherin: Mirjam Kühne, Kreisrätin

Neuer Sprecher: Ralf Reusch

Neuer Schriftführer: Dr. Andreas Künneth

Kassierin bleibt: Gudrun Kiehne, Stadträtin Hof

Beisitzer bleibt: Michael Gückel

Neue Beisitzerin: Marion Klinger

Herzlichen Glückwunsch!

3. Bürgermeister der Stadt Hof: Sebastian Auer

Herzlichen Glückwunsch Sebastian,

mach was Gutes draus für eine ökologische Stadtentwicklung

www.frankenpost.de/region/hof/Ein-Amt-mit-Strahlkraft;art83415,7241329

Gratulation den gewählten Rätinnen und Räten

Stadt Hof: Gudrun Kiehne, Dr. Klaus Schrader, Sebastian Auer, Lena Prenzel, Renate Fuchs

Landkreis: Mirjam Kühne, Birgitt Lucas, Thomas Friedrich, Nanne Wienands, Klaus Schaumberg

Regnitzlosau: Mirjam Kühne

Stammbach:   Hermann Reichel

Schwarzenbach/Saale: Günter Letfuß und Nanne Wienands

Helmbrechts:  Thomas Friedrich

Selbitz:            Klaus Schaumberg

Naila:               Kreistagskandidat Leonhard Crasser für die "aktiven Bürger"

01.01.2020

Unsere Kommunalen Kandidat*innen für 2020

40 Kandidaten für die Kommunalwahllisten in Stadt und Landkreis Hof trafen sich im Galeriehaus Hof.

Am 19.05. trafen Hofer Grüne unsere Freunde aus dem sächsischen Vogtland am Dreiländereck Sachsen, Bayern, Böhmen (Tschechien)

 

05.05.2019

Hofer Grüne auf Wanderung mit thüringischen und sächsischen Freunden

Im Sommer 2019 trafen wir in MÖdlareuth auf unsere Sächsischen  und thüringischen Freunde und wanderten nach Hirschberg. Dabei war viel Grüne Prominenz an der Spitze die thüringische Umweltministern Anja Siegesmund. In Hirschberg gab es thüringische Küchleinecken und eine vegetarisch leckere Mahlzeit.

17.05.2018

Höllental

URL:https://gruene-hof.de/home/